Lavandula angustifolia
Echter Lavendel
Steckbrief
Botanischer Name
Lavandula angustifolia
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Herkunft
Mittelmeerraum (Südeuropa, Nordafrika)
Wuchshöhe
30-60 cm
Standort
Volle Sonne, warm und geschützt
Blütezeit
Juni bis August, violette Blütenähren
Herkunft & Besonderheiten
Der Echte Lavendel stammt aus den sonnenverwöhnten Hängen des Mittelmeerraums, wo er auf kargen, steinigen Böden in voller Sonne gedeiht. Seit Jahrtausenden wird er vom Menschen kultiviert - als Duftpflanze, Heilkraut und zur Gewinnung ätherischer Öle. Besonders in der Provence ist er zum Wahrzeichen ganzer Landstriche geworden, wo endlose violette Felder das Bild im Sommer prägen.
Was den Lavendel so besonders macht, sind seine aromatischen silbrig-grünen Blätter und die intensiv duftenden Blütenähren. Der Duft wirkt beruhigend und wird seit Jahrhunderten in der Aromatherapie eingesetzt. Im Garten ist Lavendel nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ein wertvoller Insektenmagnet - Bienen und Schmetterlinge lieben seine nektarreichen Blüten. Gleichzeitig hält sein intensiver Duft viele Schädlinge fern, weshalb er gerne als Begleitpflanze zu Rosen gesetzt wird.
Fun Fact:
Der Name Lavendel leitet sich vom lateinischen Wort „lavare" ab, was „waschen" bedeutet. Schon die alten Römer verwendeten Lavendel als Badezusatz und parfümierten damit ihr Waschwasser. Diese Tradition ist also buchstäblich so alt wie das Römische Reich!
Pflege
Standort & Licht
Lavendel braucht volle Sonne - je mehr, desto besser. Wähle den sonnigsten Platz in deinem Garten, idealerweise nach Süden ausgerichtet und windgeschützt. Mindestens 6 Stunden direkte Sonne am Tag sind Pflicht. Im Halbschatten wächst Lavendel zwar, blüht aber deutlich weniger und neigt zu Pilzkrankheiten.
Boden
Durchlässig, mager und kalkhaltig - so mag es der Lavendel. Schwere, lehmige Böden solltest du mit Sand und Kies auflockern. Ein leicht alkalischer pH-Wert ist ideal. Lavendel kommt mit nährstoffarmen Böden bestens zurecht - zu viel Humus oder Kompost schadet eher, als dass es nützt.
Gießen
Einmal etabliert, ist Lavendel erstaunlich trockenheitstolerant. Frisch gepflanzte Exemplare regelmäßig, aber sparsam gießen, bis sie angewachsen sind. Danach nur bei längerer Trockenheit wässern. Staunässe ist der größte Feind des Lavendels und führt unweigerlich zu Wurzelfäule.
Düngen
Lavendel braucht kaum Dünger - er bevorzugt magere Böden. Eine leichte Kalkgabe im Frühjahr reicht völlig aus. Zu viel Stickstoff fördert das Blattwachstum auf Kosten der Blüten und macht die Pflanze anfälliger für Frost. Weniger ist hier definitiv mehr.
Schnitt
Der Rückschnitt ist der wichtigste Pflegeschritt beim Lavendel. Nach der Blüte im Spätsommer die verblühten Stängel samt etwas Laub zurückschneiden. Im Frühjahr nochmals leicht in Form schneiden. Wichtig: Schneide niemals ins alte, verholzte Holz - daraus treibt Lavendel nicht mehr aus!
Winterschutz
Echter Lavendel ist bis etwa -15 °C winterhart, allerdings nur in durchlässigem Boden. Nässe im Winter ist gefährlicher als Kälte. In rauen Lagen hilft eine Abdeckung mit Reisig oder Vlies. Kübelpflanzen an eine geschützte Hauswand stellen und den Topf mit Jute oder Noppenfolie umwickeln.
Vermehrung
Lavendel lässt sich am zuverlässigsten über halbreife Stecklinge vermehren. Der beste Zeitpunkt ist der Sommer, wenn die neuen Triebe noch nicht vollständig verholzt sind.
So geht's:
- Schneide im Sommer 8-10 cm lange, nicht blühende Triebspitzen ab
- Entferne die unteren Blätter und stecke die Stecklinge in mageres, sandiges Substrat
- Halte das Substrat leicht feucht und stelle die Stecklinge an einen hellen, warmen Platz
- Nach 4-6 Wochen haben sich Wurzeln gebildet - im nächsten Frühjahr auspflanzen
Tipp:
Verwende halbreife Stecklinge, die an der Basis leicht verholzt, an der Spitze aber noch grün sind. Diese bewurzeln am zuverlässigsten. Ein leichtes Anritzen der Stecklingsbasis kann die Wurzelbildung zusätzlich fördern.
Häufige Probleme
Wurzelfäule durch nassen Boden
Das häufigste Problem bei Lavendel. Welke Triebe und ein fauliger Geruch an der Basis sind deutliche Anzeichen. Sorge für bessere Drainage, mische Sand in den Boden und vermeide Staunässe um jeden Preis. In schweren Böden hilft eine Kiesschicht unter dem Wurzelballen.
Verholzter, sparriger Wuchs
Wird Lavendel nicht regelmäßig geschnitten, verholzt er von innen und wird unansehnlich kahl. Vorbeugen ist hier entscheidend: Jährlich nach der Blüte und im Frühjahr schneiden. Ist die Pflanze bereits stark verholzt, hilft leider oft nur ein Austausch, da Lavendel aus altem Holz nicht mehr austreibt.
Winterschäden in nassem Boden
Lavendel erfriert selten an Kälte, aber häufig an Winternässe. Wenn der Boden im Winter dauerhaft feucht ist, faulen die Wurzeln. Pflanze Lavendel daher immer in gut durchlässigen Boden und in leicht erhöhter Position, etwa auf einem Kiesbeet oder einer kleinen Anhöhe.
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