Zimmerpflanzen: Pflege, Standort und Ideen

Eine Monstera, die am Ostfenster nach drei Jahren an die Decke stößt, und daneben eine Efeutute (Pothos), die vom Regal bis zum Boden hängt: So sieht ein Wohnzimmer aus, in dem Pflanzen zur Einrichtung gehören. Die Guides zu Zimmerpflanzen fangen beim Fensterplatz an, weil der entscheidet, welche Pflanze überhaupt in Frage kommt, und reichen über Gießen und Umtopfen bis zur Pflanzenwand.

Wohnraum mit großen Zimmerpflanzen in Keramiktöpfen, einem Pflanzenregal und Hängepflanzen am Fenster

Was ist Homescaping?

Was der Begriff meint und wo der Urban Jungle hineingehört.

Einfach erklärt:

Homescaping ist das Gestalten von Wohnräumen mit Pflanzen. Du suchst Pflanzen nach dem Licht aus, das ein Raum tatsächlich hat, und stellst sie mit Töpfen und Möbeln so zusammen, dass sie zur Einrichtung gehören, statt verteilt auf der Fensterbank zu stehen. Der Begriff folgt dem Muster von Aquascaping und Terrascaping, nur dass hier die Wohnung das Becken ist.

Ein Urban Jungle ist einer der Stile, die dabei entstehen: viele Pflanzen, dicht gruppiert, mit Blättern auf mehreren Höhen. Homescaping ist also die Tätigkeit, der Urban Jungle ein mögliches Ergebnis. Ein Japandi-Wohnzimmer mit zwei sorgfältig gewählten Pflanzen gehört genauso dazu.

Worauf es ankommt

  • Licht zuerst: Erst den Platz prüfen, dann die Pflanze kaufen. Andersherum endet es meist mit einer Geigenfeige, die im Flur Blätter abwirft
  • Gruppen statt Einzelstücke: Mehrere Pflanzen auf unterschiedlicher Höhe wirken wie ein Ganzes, fünf einzelne Töpfe im Raum wie Zufall
  • Töpfe sind Möbel: Material und Farbe der Übertöpfe entscheiden mit, ob die Pflanzen zum Raum passen
  • Ehrlicher Pflegeaufwand: Wer zweimal im Monat verreist, plant mit Glücksfeder (Zamioculcas) und Bogenhanf (Sansevieria, Schwiegermutterzunge) statt mit Calathea

Wusstest du?

In Feldversuchen von Forschenden um Marlon Nieuwenhuis (Cardiff und Exeter, 2014) arbeiteten Angestellte in zwei großen Büros, die mit Pflanzen ausgestattet wurden, in den folgenden Monaten produktiver als in den kahlen Vergleichsbüros. Die Forschenden bezifferten den Unterschied auf rund 15 Prozent.

Wie du am besten startest

Drei Entscheidungen, bevor die erste Pflanze ins Haus kommt.

1. Wie viel Licht hat der Platz?

Ein Südfenster bekommt mittags direkte Sonne, ein Nordfenster den ganzen Tag nur Streulicht, und zwei Meter vom Fenster entfernt ist es für die meisten Pflanzen schon dämmrig. Eine Lux-App auf dem Handy gibt dir einen ersten Anhaltspunkt, wie du ihn liest, steht unter Standort und Licht.

2. Wie viel Zeit willst du investieren?

Glücksfeder und Bogenhanf verzeihen es, wenn du zwei Wochen nicht gießt. Calathea, Farne und Fittonia brauchen gleichmäßig feuchte Erde und hohe Luftfeuchte. Für den Anfang lohnen sich die pflegeleichten Zimmerpflanzen, die anspruchsvollen kommen dazu, wenn das Gießen zur Routine geworden ist.

3. Wer wohnt noch mit?

Katzen knabbern an Blättern, Kleinkinder stecken Erde in den Mund. Viele beliebte Zimmerpflanzen sind giftig, darunter fast alle Aronstabgewächse wie Monstera, Efeutute und Dieffenbachie. Welche Arten unbedenklich sind, steht unter giftige Zimmerpflanzen.

Eine Pflege-Routine für Zimmerpflanzen

Was jede Woche, jeden Monat und alle paar Jahre ansteht.

Jede Woche: nachsehen statt nach Plan gießen

Geh einmal pro Woche mit dem Finger durch die Töpfe und gieß nur dort, wo die Erde ein paar Zentimeter tief trocken ist. Im Sommer am Südfenster ist das öfter der Fall als im Januar am Nordfenster. Wie du den Zeitpunkt erkennst und wie viel Wasser in den Topf gehört, steht unter Zimmerpflanzen gießen.

Beim Gießen: Blätter von unten ansehen

Gelbe Blätter, braune Spitzen oder feine helle Sprenkel fallen am frühesten auf, wenn du beim Gießen kurz unter die Blätter schaust. Was die Symptome bedeuten, erklärt Probleme mit Zimmerpflanzen. Staub auf großen Blättern wischst du dabei mit einem feuchten Tuch ab.

Von März bis September: düngen

In der Wachstumszeit gibst du alle zwei bis vier Wochen Flüssigdünger ins Gießwasser, im Winter pausierst du. Welcher Dünger zu Grünpflanzen, Kakteen und Orchideen passt, steht unter Zimmerpflanzen düngen.

Alle zwei bis drei Jahre: umtopfen

Wenn Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen oder die Erde nach einem Tag schon wieder trocken ist, braucht die Pflanze einen größeren Topf. Am besten passt das zwischen Februar und April, die Anleitung in sieben Schritten findest du unter Zimmerpflanzen umtopfen.

Mehr Pflanzenwissen

Die anderen Bereiche der Pflanzenwelt haben jeweils einen eigenen Guide:

Aquascaping

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Terrascaping

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Landscaping

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Pflanzentaxonomie

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