Weihnachtsstern pflegen, übersommern und wieder rot färben

Die roten Blätter des Weihnachtssterns sind keine Blüten, sondern Hochblätter. Die eigentlichen Blüten sitzen als kleine gelbe Knöpfe in der Mitte. Dass viele Weihnachtssterne schon vor Silvester kahl sind, liegt selten an der Pflanze. Meist hat sie auf dem Weg vom Laden nach Hause gefroren oder steht im Wasser.
Weihnachtsstern mit roten Hochblättern und kleinen gelben Blüten in der Mitte, daneben eine zweite Pflanze, schützend in Papier eingeschlagen

Beim Kauf

  • Auf die gelben Knöpfe achten. Sind die kleinen Blüten in der Mitte noch geschlossen oder frisch, ist die Pflanze jung und hält länger. Fallen sie schon ab, war sie lange im Handel.
  • Nicht vom Stand vor der Tür. Weihnachtssterne, die draußen oder im zugigen Eingangsbereich stehen, haben oft schon Kälte abbekommen. Der Schaden zeigt sich erst Tage später durch Blattfall.
  • Einpacken lassen. Unter etwa 12 °C nimmt er Schaden, und schon ein kurzer Weg durch kalte Winterluft kann reichen. Lass die Pflanze in mehrere Lagen Papier einschlagen, auch für den kurzen Weg zum Auto.
  • Keine nassen Töpfe. Heb den Topf an. Ist er schwer und tropft, steht die Pflanze schon zu lange nass.
  • Zu Hause sofort auspacken. Papier und Folienhülle kommen ab, sobald die Pflanze im warmen Raum steht. In der Hülle hängen die Blätter nach unten und vergilben schneller.

Standort und Gießen

Ein Weihnachtsstern will hell stehen, bei 15 bis 22 °C und ohne Zugluft. Ein Platz am Fenster ist ideal, solange er nicht direkt über dem Heizkörper steht und beim Lüften nicht im kalten Luftstrom. Auf dem Esstisch in der Raummitte hält er einige Wochen, wächst aber nicht.

Gieß sparsam und nie in den Übertopf hinein. Am besten tauchst du den Topf kurz in Wasser, wenn er sich leicht anfühlt, und lässt ihn danach gut abtropfen. Ein Weihnachtsstern wirft seine Blätter bei Trockenheit ebenso ab wie bei Staunässe, aber Staunässe ist im Winter der häufigere Fall.

Giftig oder nicht?

Der Weihnachtsstern ist ein Wolfsmilchgewächs, sein weißer Milchsaft reizt Haut und Schleimhäute. Bei Katzen und Hunden führt Knabbern meist zu Erbrechen oder Speicheln, schwere Vergiftungen sind selten. Er ist weniger gefährlich als sein Ruf, gehört aber trotzdem außer Reichweite. Mehr dazu unter giftige Zimmerpflanzen.

Weihnachtsstern verliert Blätter: die Ursachen

Meist hat er auf dem Heimweg Kälte abbekommen oder steht zu nass, seltener sind Zugluft oder ein zu dunkler Platz der Grund.

Kälte beim Kauf

Ein paar Tage nach dem Kauf hängen die Blätter wie gekocht und fallen dann ab, oft auch die roten Hochblätter. Der Schaden ist schon passiert, du kannst nur noch die betroffenen Blätter entfernen und die Pflanze warm und hell weiterpflegen. Beim nächsten Kauf hilft die Liste oben.

Staunässe

Die unteren Blätter werden gelb und fallen ab, die Erde ist nass und riecht muffig. Kipp das Wasser aus dem Übertopf und gieß erst wieder, wenn der Topf sich leicht anfühlt. Was du bei faulen Wurzeln tust, steht unter gelbe Blätter und andere Probleme.

Zugluft

Grüne, gesunde Blätter fallen plötzlich ab, meist auf der Seite zum Fenster oder zur Tür. Stell die Pflanze beim Stoßlüften kurz aus dem Luftstrom und nicht neben ein gekipptes Fenster.

Lichtmangel

Mitten im Raum oder auf dem Sideboard verliert er nach einigen Wochen nach und nach die unteren Blätter. Rück ihn ans hellste Fenster, das nicht über der Heizung liegt. Mehr unter Standort und Licht.

Weihnachtsstern übersommern und wieder rot färben

Ein Weihnachtsstern ist eigentlich ein Strauch, der viele Jahre alt werden kann.
Weihnachtsstern mit grünen Blättern, über den abends ein Karton gestülpt wird, daneben dieselbe Pflanze Wochen später mit rot gefärbten Hochblättern
  1. Februar bis März. Wenn die Hochblätter abfallen, gießt du weniger und lässt die Pflanze hell und etwas kühler stehen, um 15 °C.
  2. April bis Mai. Schneide die Triebe auf etwa 15 bis 20 cm zurück und topf die Pflanze in frische Erde. Trag dabei Handschuhe wegen des Milchsafts.
  3. Sommer. Zum Übersommern stellst du ihn hell, gießt normal und düngst alle zwei Wochen. Nach den Eisheiligen darf er auf den geschützten Balkon.
  4. Ab Anfang Oktober, acht Wochen lang. Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagspflanze und färbt seine Hochblätter nur, wenn du ihn jede Nacht etwa 14 Stunden völlig dunkel stellst. Stülp abends einen Karton über ihn oder stell ihn in einen Schrank, morgens wieder ans Licht. Schon eine Stehlampe im Raum kann die Färbung stören.
  5. Ende November. Die Hochblätter färben sich. Ab jetzt steht er wieder normal und wird wie eine frisch gekaufte Pflanze gepflegt.

Mit der Färbung erscheinen auch die kleinen gelben Blüten in der Mitte, deshalb heißt dieser Ablauf oft „den Weihnachtsstern wieder zum Blühen bringen“. Willst du dir die Dunkelkur sparen, kaufst du im nächsten Winter einen neuen. Der Aufwand lohnt sich trotzdem, denn nach drei Wintern bei dir wird aus dem Weihnachtsstern ein Strauch mit mehreren Trieben, oft höher als die Topfware aus dem Handel.

Häufige Fragen zum Weihnachtsstern

Darf der Weihnachtsstern im Winter vor der Haustür stehen?

Nein, auch nicht für ein paar Tage als Deko. Unter etwa 12 °C nimmt er Schaden, und der zeigt sich oft erst eine Woche später, wenn er schon wieder drinnen steht.

Treibt ein Weihnachtsstern nach dem Blattfall wieder aus?

Oft ja, solange die Triebe fest sind und die Wurzeln nicht faulen. Lass ihn hell stehen, gieß sparsam und warte auf neue Blätter, bevor du düngst oder umtopfst. Sind die Triebe nach einem Kälteschaden weich und dunkel, erholt er sich meist nicht mehr.

Wie lange hält ein Weihnachtsstern?

Gut gepflegt bleiben die Hochblätter oft bis in den Februar oder März. Danach fallen sie ab, die Pflanze selbst lebt weiter und kann über viele Jahre zu einem Strauch werden. Wie das geht, steht im Abschnitt zum Übersommern.

Mehr Pflanzenwissen

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