Bodengrund und Soil
Aktiver Soil oder inerter Bodengrund
Aktiver Soil
Gebrannte Tonkügelchen mit eingelagerten Nährstoffen. Sie geben Nährstoffe an die Wurzeln ab, binden Karbonate und senken dadurch KH und pH. Anspruchsvolle Bodendecker und rote Stängelpflanzen bekommst du ohne Soil kaum zum Wachsen.
Nachteil: Soil gibt in den ersten Wochen Ammonium ab, deshalb wechselst du in der Einfahrphase so oft Wasser. Nach zwei bis drei Jahren ist die Pufferwirkung erschöpft.
Inerter Bodengrund
Kies oder Quarzsand ohne eigene Nährstoffe. Er lässt die Wasserwerte in Ruhe, hält beliebig lange und lässt sich auswaschen. Düngen musst du dann über das Wasser oder mit Düngekugeln an den Wurzeln.
Passt zu: Low-Tech-Becken mit Aufsitzern, Wurzelzehrern wie Cryptocorynen und überall dort, wo hartes Leitungswasser ohnehin die Werte bestimmt.
Schichthöhe und Gefälle
| Bereich | Höhe | Warum |
|---|---|---|
| Vordergrund | 3 cm | Genug für Bodendecker, wenig genug für freie Sicht |
| Mittelgrund | 4 bis 5 cm | Wurzelraum für Rosetten wie Cryptocorynen |
| Hintergrund | 6 bis 8 cm | Halt für Stängelpflanzen, erzeugt Tiefenwirkung |
Ein Gefälle nach hinten kostet nur etwas mehr Bodengrund und lässt das Becken deutlich tiefer wirken. Nachträglich bekommst du es aber nicht mehr hin. Damit sich der Hang in den ersten Monaten nicht wieder einebnet, legst du Lavagestein oder Filterschaum unter die hintere Schicht. So brauchst du außerdem weniger Soil.
Sand als Gestaltungsmittel
Eine helle Sandfläche im Vordergrund sieht aus wie ein Flussbett und lässt zwischen den Pflanzen eine freie Stelle. Damit die Kante über Monate sauber bleibt, trennst du Sand und Soil mit einer Reihe kleiner Steine, einem eingelassenen Kunststoffstreifen oder einer Höhenstufe. Ohne Trennung wandert der Soil in den Sand, und nach einem halben Jahr ist die Fläche verschwunden.
Achte auf die Körnung. Sehr feiner Sand verdichtet sich und kann faulen. Mit ein bis zwei Millimetern bleibt er durchlässig, und du kannst ihn beim Wasserwechsel absaugen, ohne dass der halbe Boden im Schlauch landet.
Wenn der Soil müde wird
Nach zwei bis drei Jahren ist der Nährstoffvorrat aufgebraucht und die Pufferwirkung lässt nach. Du merkst es daran, dass die KH langsam wieder auf den Wert des Leitungswassers steigt und Wurzelzehrer schwächer treiben. Abreißen musst du deshalb nicht. Mit Düngekugeln unter den Wurzeln und regelmäßiger Wasserdüngung läuft ein Aquascape noch mehrere Jahre weiter.
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