Hardscape: Steine und Wurzelholz

Hardscape ist alles Unbelebte im Becken, also Steine, Holz und manchmal Sand. Du baust es an einem Nachmittag auf und lebst danach jahrelang damit. Pflanzen kannst du jederzeit tauschen, aber einen verkeilten Steinaufbau mit eingewachsenem Bodendecker baust du praktisch nicht mehr um.
Hände setzen den größten Stein in ein trockenes Aquarium mit dunklem Bodengrund, zwei kleinere Steine stehen schon, eine Wurzel und weitere Steine liegen bereit

Steine und ihre Nebenwirkung

Bevor du nach Optik aussuchst, schau, ob ein Stein die Wasserwerte verändert.
Vier Steinarten im Vergleich: grauer, kantiger Seiryu mit weißen Adern, ockerbrauner löchriger Drachenstein, dunkelroter poröser Lavastein, hellgrauer gerundeter Frodo Stone
Gängige Steinarten im Aquascaping mit Optik und Einfluss auf die Wasserhärte
Stein Optik Härte im Wasser Passt zu
Seiryu Stone Grau, scharfkantig, weiße Adern Erhöht KH und GH deutlich Iwagumi, Nature Aquarium
Drachenstein Ockerbraun, zerklüftet, löchrig Nahezu neutral Nature Aquarium, Felslandschaften
Lavastein Dunkelrot bis schwarz, porös Neutral Unterbau, Moosbewuchs
Frodo Stone Hellgrau, weich gerundet Leicht erhöhend Helle, ruhige Layouts

Der Härtetest vor dem Kauf:

Gib einen Tropfen Essig auf den Stein. Schäumt es, enthält er Kalk und hebt KH und GH an. Das kannst du einplanen, solange die Pflanzen mitspielen. Weichwasserpflanzen wie Rotala oder Hemianthus kommen mit kalkhaltigen Steinen schlechter zurecht.

Wurzelholz

Drei Wurzelholzarten nebeneinander: schweres zweifarbiges Mopani, fein verästeltes Redmoor und helles Spiderwood, daneben ein Eimer, in dem ein Stein das Holz beim Wässern unter Wasser hält

Mopani

Schwer, zweifarbig, sinkt meist von allein. Gibt viele Gerbstoffe ab und färbt das Wasser anfangs kräftig. Durch das dichte Holz hält es im Becken viele Jahre.

Redmoor

Fein verästelt, wirkt wie ein Baum unter Wasser. Der Klassiker für Nature-Aquarium-Layouts mit Moos an den Ästen.

Spiderwood

Dünne, spinnenartige Verzweigungen, hell. Schwimmt sehr lange auf und muss anfangs beschwert oder verklemmt werden.

Wässern statt kochen. Ein bis zwei Wochen in einem Eimer mit täglichem Wasserwechsel nehmen dem Holz den Auftrieb und den größten Teil der Gerbstoffe. Kochen geht schneller, klappt aber nur bei kleinen Stücken.

Weißer Belag ist normal. In den ersten Wochen bildet sich auf frischem Holz oft ein schleimiger weißer Pilzrasen. Er ist harmlos und verschwindet von selbst, und Garnelen und Schnecken fressen ihn gern.

Wie du Hardscape setzt

  1. 1. Größtes Element zuerst. Es legt Höhe und Blickrichtung fest. Alles Weitere ordnet sich ihm unter.
  2. 2. Nicht in die Mitte. Setze das Hauptelement auf etwa ein Drittel der Beckenbreite. Steht es in der Mitte, wirkt das Becken steif und kleiner, als es ist.
  3. 3. Ungerade Zahlen. Drei oder fünf Steine liest das Auge als Gruppe, bei zwei oder vier sucht es nach Paaren, und die sehen schnell gestellt aus.
  4. 4. Eine gemeinsame Richtung. Wenn alle Steine leicht in dieselbe Richtung geneigt sind, sieht es aus, als hätte eine Strömung sie über Jahre geformt.
  5. 5. Nach hinten kleiner. Große Elemente nach vorn, kleinere nach hinten. Zusammen mit dem ansteigenden Bodengrund wirkt das Becken deutlich tiefer als seine 30 Zentimeter.

Häufigste Fehler

  • Zu wenig Material: Hardscape wirkt nach dem Bepflanzen immer kleiner als im leeren Becken
  • Steine flach auf den Boden gelegt statt schräg eingegraben, dadurch sehen sie abgestellt aus
  • Holz und Stein gleich stark verteilt, sodass keines von beiden das Bild trägt
  • Kein Abstand zur Rückscheibe, wodurch sich hinten weder pflanzen noch reinigen lässt

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