Aquascape pflegen und warten

Ein 60-Liter-Aquascape braucht 30 bis 45 Minuten pro Woche, und zwar jede Woche. Lässt du ein paar Termine ausfallen, holst du das nicht an einem langen Nachmittag nach, weil in der Zwischenzeit die Stängelpflanzen den Rasen beschatten und sich Algen auf Blättern festsetzen, die du sonst längst abgeschnitten hättest.
Wasserwechsel am Aquascape: Hand führt eine Mulmglocke über die Sandfläche, der Schlauch leitet das Wasser in einen Eimer, daneben eine Gießkanne mit Frischwasser und ein Thermometer

Der Pflegerhythmus

Pflegeaufgaben nach Intervall
Intervall Aufgabe Dauer
Wöchentlich 30 bis 50 Prozent Wasserwechsel, Scheiben, Dünger 30 Minuten
Alle 2 bis 4 Wochen Rückschnitt, Stängelpflanzen neu stecken 45 Minuten
Alle 2 bis 3 Monate Filter reinigen, Schläuche spülen 30 Minuten
Jährlich Lily Pipes entkalken, Beleuchtung prüfen, Bestandsaufnahme 1 Stunde

Der Wasserwechsel im Aquarium

Mit jedem Wasserwechsel holst du Abbauprodukte aus dem Becken und bringst die Nährstoffe wieder auf einen bekannten Stand. Deshalb verzeiht ein Becken mit festem Wechselrhythmus auch ungenaues Düngen. Das genaueste Dosierschema hilft dagegen wenig, wenn sich zwischen zwei Wechseln drei Wochen lang alles anreichert.

  • Menge: 30 bis 50 Prozent pro Woche in einem gedüngten Becken, 20 bis 30 Prozent in einem Low-Tech-Becken.
  • Temperatur: Frischwasser auf Beckentemperatur bringen. Abweichungen von mehr als zwei Grad stressen Garnelen deutlich.
  • Bodengrund: Mulm nur im Sandbereich absaugen. Im bepflanzten Soil bleibt der Sauger über der Oberfläche, sonst reißt du die Wurzeln kaputt.
  • Reihenfolge: Erst schneiden, dann absaugen, dann auffüllen. So gehen abgeschnittene Blätter direkt mit raus.

Richtig schneiden

Stängelpflanzen, Bodendecker, Aufsitzer und Moose wachsen unterschiedlich, deshalb schneidest du jede Gruppe anders.
Hand führt eine gebogene Schere waagerecht über einen Aquarienrasen, abgeschnittene Blättchen schweben im Wasser

Stängelpflanzen

Rotala, Ludwigia, Hygrophila und Limnophila kürzt du einfach ein. Sie treiben unterhalb des Schnitts neu aus und werden dabei buschiger. Nach dem dritten oder vierten Schnitt sind die unteren Stängelteile verkahlt. Dann ziehst du die Pflanze heraus, schneidest die frischen Kopfstecklinge ab und steckst nur diese zurück.

Bodendecker

Einen Teppich aus Bodendeckern mähst du mit einer gebogenen Schere, die du waagerecht über die Fläche führst. Schneide früh, denn wird der Teppich zu dick, bekommen die unteren Schichten kein Licht mehr und faulen, bis sich die ganze Fläche vom Boden löst.

Aufsitzer

Bei Anubias, Javafarn und Bucephalandra trennst du nur einzelne alte oder veralgte Blätter am Ansatz ab. Das Rhizom lässt du in Ruhe. Wird die Pflanze zu groß, teilst du das Rhizom mit einem sauberen Schnitt.

Moose

Halte Moos regelmäßig kurz, sonst sterben die unteren Schichten unter dem eigenen Polster ab und es löst sich in einem Stück von seiner Unterlage. Beim Schneiden treiben viele Bruchstücke auf, die sich überall im Becken ansiedeln, also saugst du sie direkt danach ab.

Filter reinigen, ohne die Bakterien zu verlieren

Im Filter sitzt die Bakterienkultur, die dein Becken am Laufen hält. Spül das Filtermaterial deshalb nie unter dem Wasserhahn aus und tausch es nie komplett. Zum Ausdrücken reicht ein Eimer mit Wasser aus dem Becken, und du nimmst dir immer nur einen Teil des Materials vor.

Lässt der Durchfluss nach, liegt das meist an den Schläuchen, die sich nach einigen Monaten innen zusetzen. Zieh eine Reinigungsbürste durch beide Schläuche, das bringt oft mehr Durchsatz zurück als jede Filterreinigung.

Wann ein Layout am Ende ist

Nach zwei bis drei Jahren erreichen viele Aquascapes einen Punkt, an dem Pflege allein nichts mehr verbessert: Der Soil ist erschöpft, die Rasenfläche hat sich mehrfach abgelöst, Aufsitzer sind über das Hardscape gewachsen und das Layout ist nicht mehr zu erkennen. So altern auch gut gepflegte Becken.

Ein Neuaufbau ist dann einfacher als jede Reparatur und billiger als beim ersten Mal, weil Hardscape, Technik und ein Großteil der Pflanzen schon da sind. Den eingefahrenen Filter nimmst du unverändert mit und sparst dir damit den größten Teil der Einfahrphase.

Mehr Pflanzenwissen

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