Beleuchtung im Aquascape

Das Licht gibt das Wachstumstempo vor, und danach richtet sich, wie viel CO2 und Dünger deine Pflanzen brauchen. Hängt über dem Aquarium eine starke Leuchte, ohne dass CO2 und Nährstoffe mithalten, wachsen zuerst die Algen.
LED-Leuchte auf schmalen Füßen über einem bepflanzten Aquarium, der Lichtkegel wird nach unten zum Bodengrund hin schwächer

Lumen, Watt und PAR

Lumen

Misst Helligkeit so, wie das menschliche Auge sie wahrnimmt. Jeder Hersteller gibt den Wert an, deshalb taugt er zum Vergleichen beim Kauf. Für Pflanzen ist er trotzdem ungenau, weil grünes Licht für uns hell aussieht und Pflanzen wenig davon haben.

Watt

Bei LED gibt Watt nur noch den Stromverbrauch an. Die alte Faustregel von einem halben Watt pro Liter stammt aus der Zeit der Leuchtstoffröhren und passt auf LED-Leuchten nicht.

PAR

Misst die Strahlung, die Pflanzen für die Photosynthese nutzen können, an einem bestimmten Punkt im Becken. Damit kannst du am meisten anfangen, nur geben ihn wenige Hersteller an, und er hängt von der Tiefe ab. Am Boden eines 50 cm hohen Beckens misst du nur einen Bruchteil dessen, was direkt unter der Leuchte ankommt.

Wie viel Licht deine Aquarienpflanzen brauchen

Drei Gruppen Aquarienpflanzen unter unterschiedlich hellen Lichtkegeln: Anubias und Javafarn auf Holz, Cryptocorynen und Echinodorus, Rotala und ein feiner Rasen
Lichtbedarf verbreiteter Aquascaping-Pflanzen mit Richtwert in Lumen je Liter
Bedarf Richtwert Arten
gering 15 bis 25 lm/l Anubias, Javafarn, Bucephalandra, Christmas-Moos, Hygrophila polysperma
mittel 25 bis 40 lm/l Cryptocorynen, Echinodorus, Ludwigia repens, Limnophila
hoch 40 lm/l und mehr Rotala rotundifolia, Eleocharis 'Mini', Hemianthus callitrichoides

Die Richtwerte gelten für Becken bis etwa 45 Zentimeter Höhe. Höhere Becken brauchen eine kräftigere Leuchte, weil das Licht auf dem Weg nach unten stark abnimmt. Deshalb kümmern Bodendecker in hohen Becken oft, obwohl die Leuchte laut Tabelle reicht.

Lieber zu wenig als zu viel:

Eine Leuchte kannst du beliebig hochdrehen, und die Folgen siehst du erst nach ein paar Wochen. Deshalb starten viele Einsteiger mit zu viel Licht. Richte die Leuchte nach den Pflanzen aus, die du tatsächlich einsetzt, und nicht nach dem Bodendecker, den du vielleicht später mal probieren willst.

Brenndauer und Spektrum

  • Sechs bis acht Stunden am Stück. Länger bringt den Pflanzen kaum mehr Wachstum, gibt Algen aber deutlich mehr Zeit. Ein neues Becken startet mit sechs Stunden, und du verlängerst erst, wenn die Pflanzen sichtbar treiben.
  • Eine Mittagspause ist umstritten und meist unnötig. Sie soll Algen ausbremsen, unterbricht aber auch den CO2-Aufbau. In einem gut eingestellten Becken kannst du sie weglassen.
  • Zeitschaltuhr statt Lichtschalter. Pflanzen reagieren empfindlich auf unregelmäßige Lichtzeiten, Algen kaum. Eine Zeitschaltuhr kostet ein paar Euro und sorgt für einen festen Rhythmus.
  • Rot und Blau im Spektrum. Pflanzen nutzen vor allem den roten und den blauen Bereich. Fertige Aquarienleuchten decken das ab. Ein hoher Rotanteil lässt rote Pflanzen kräftiger wirken, macht das Becken aber insgesamt dunkler und lässt Wasser leicht trüb erscheinen.
  • Eine dimmbare Leuchte lohnt sich. Mit einer dimmbaren Leuchte startest du mit wenig Licht und fährst langsam hoch, während das Becken einfährt. In den ersten Wochen hält das die Algen besser in Schach als jede andere Maßnahme.

Mehr Pflanzenwissen

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