CO2 im Aquascape

Getrocknet bestehen Pflanzen fast zur Hälfte aus Kohlenstoff, und genau der ist im Wasser knapp. Mit zusätzlichem CO2 wachsen sie dichter und schneller als mit jedem anderen Dünger. Ob du eine CO2-Anlage fürs Aquarium brauchst, hängt allein davon ab, welche Pflanzen du setzen willst.
CO2-Druckgasanlage neben einem Aquarium: Flasche mit Druckminderer, Nadelventil und Magnetventil an einer Zeitschaltuhr, Schlauch über einen Blasenzähler zu einem Diffusor, der feine Bläschen ins Wasser gibt

Brauchst du CO2 im Aquarium?

CO2-Bedarf verbreiteter Aquascaping-Pflanzen
CO2-Bedarf Arten Ohne CO2
gering Anubias, Javafarn, Bucephalandra, Moose, Cryptocorynen, Hygrophila, Echinodorus Wachsen normal weiter
mittel Rotala, Ludwigia, Limnophila, Eleocharis, Cryptocoryne parva Wachsen langsamer, färben schwächer
hoch Hemianthus callitrichoides 'Cuba' Teppich schließt nicht, löst sich ab

Die Pflanzenliste entscheidet:

Ein Becken aus Aufsitzern, Moosen und Cryptocorynen kommt ohne CO2-Anlage aus. Willst du einen Rasen im Vordergrund oder kräftig rote Stängelpflanzen, brauchst du eine. Schreib also zuerst die Pflanzenliste und kauf danach die Technik.

Bio-CO2 oder Druckflasche

Bio-CO2

Hefe und Zucker erzeugen CO2 durch Gärung. Die Anschaffung kostet wenig, regeln kannst du die Abgabe aber nicht. Sie startet langsam, erreicht nach Tagen ihr Maximum, fällt danach ab und läuft auch nachts weiter.

Sinnvoll bis: etwa 60 Liter, für Becken ohne hohen Anspruch.

Druckgasanlage

Flasche, Druckminderer, Nadelventil und Magnetventil. Du stellst die Abgabe auf die einzelne Blase genau ein, und sie bleibt den ganzen Tag gleich. Eine 500-Gramm-Flasche hält an einem 60-Liter-Becken viele Monate.

Sinnvoll für: jedes Becken mit anspruchsvollen Pflanzen, egal wie groß.

Beide Systeme liefern genug CO2, nur bleibt die Menge bei Bio-CO2 nie gleich. Schwankende CO2-Werte sind die häufigste Ursache für Bartalgen. Wenn du dauerhaft mit CO2 arbeiten willst, ist die Druckanlage auf Dauer günstiger und macht weniger Ärger.

Mit dem Dauertest einstellen

Der Dauertest ist ein kleines Glasgefäß mit Indikatorflüssigkeit, das im Becken hängt und die CO2-Konzentration über seine Farbe anzeigt. Er reagiert mit ein bis zwei Stunden Verzögerung. Für einen Blick am Tag reicht das.

Blau

Zu wenig CO2. Blasenzahl erhöhen.

Grün

Zielbereich, etwa 20 bis 30 mg/l.

Gelb

Zu viel CO2. Sofort reduzieren, für Tiere kritisch.

  1. 1. Klein anfangen. Bei einem 60-Liter-Becken mit etwa einer Blase pro Sekunde starten und den Dauertest zwei Tage beobachten.
  2. 2. In kleinen Schritten erhöhen. Pro Anpassung eine halbe Blase mehr, danach wieder 24 Stunden warten. Weil der Test hinterherhinkt, landest du mit schnellem Nachregeln fast immer bei zu viel CO2.
  3. 3. Auf die Tiere achten. Fische, die an der Oberfläche nach Luft schnappen, zeigen einen akuten CO2-Überschuss an. Dann sofort abstellen und für Bewegung an der Oberfläche sorgen.
  4. 4. Zeiten einstellen. Die Anlage geht ein bis zwei Stunden vor dem Licht an und ein bis zwei Stunden, bevor das Licht ausgeht, wieder aus.

Warum CO2 nachts aus sein muss

Ohne Licht machen Pflanzen keine Photosynthese und verbrauchen kein CO2. Läuft die Anlage weiter, reichert sich das Gas an, und der pH-Wert sinkt über Nacht deutlich. Gleichzeitig ist nachts der Sauerstoffgehalt am niedrigsten, und für Fische und Garnelen wird es dann eng.

Ein Magnetventil an einer Zeitschaltuhr erledigt das. Bio-CO2 kannst du nicht abschalten, und das spricht in einem Becken mit Tieren zusätzlich dagegen. Wer trotzdem damit arbeitet, sorgt nachts für kräftige Bewegung an der Wasseroberfläche.

Mehr Pflanzenwissen

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