Arten von Terrarien: Welcher Typ passt zu dir?

Bevor du Glas und Pflanzen kaufst, entscheidest du dich für einen Terrarientyp. Er legt fest, wie feucht und warm dein Terrascape wird, welche Pflanzen hineinpassen und wie oft du nachsehen musst.

Im Terrascaping unterscheidet man fünf Typen. Tropisch und arid sind beim Klima die beiden Gegenpole, Paludarium, bioaktives Terrarium und Flaschengarten sind Bauweisen mit eigenen Regeln.

Tropisches Terrarium

Tropisches Terrarium mit Moosen und Farnen

Das tropische Terrarium ist der Klassiker und bei Einsteigern am beliebtesten. Es lebt von hoher Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 100 % bei Temperaturen von 20 bis 28 °C, also Werten, die im Wohnzimmer nur hinter Glas zu halten sind. Typische Bewohner sind Moose, Farne, Fittonia und kleine tropische Pflanzen wie Peperomien.

Meist baut man es geschlossen, mit Deckel oder Glastür. Dann entsteht ein eigener Wasserkreislauf: Wasser verdunstet, kondensiert an den Scheiben und tropft zurück auf Pflanzen und Boden. Ein eingefahrenes geschlossenes Tropenterrarium braucht deshalb oft nur alle zwei bis vier Wochen Wasser.

Tropenterrarium bauen: Anleitung in 8 Schritten

Arides / Wüstenterrarium

Arides Terrarium mit Sukkulenten und Kakteen

Im Gegensatz zum tropischen Terrarium setzt das aride Terrarium auf trockene Bedingungen. Sand, Kies und Steine bilden die Grundlage für Sukkulenten, Kakteen und Luftpflanzen (Tillandsien). Dieses Terrarium wird immer offen gestaltet, damit die Luftfeuchtigkeit niedrig bleibt und überschüssige Feuchtigkeit schnell verdunsten kann.

Gegossen wird sparsam, je nach Art alle ein bis zwei Wochen ein wenig, im Winter seltener. Weil das Becken oben offen ist, verträgt es einen hellen Platz mit direkter Sonne, an dem ein geschlossenes Glas überhitzen würde. Optisch lebt es von wenigen Pflanzen mit klarer Form und viel freiem Sand dazwischen.

Wüstenterrarium einrichten: Anleitung in 7 Schritten

Paludarium

Paludarium mit Land- und Wasserbereich

Ein Paludarium hat einen Wasserteil wie ein Aquarium und bepflanzte Landzonen wie ein Terrarium. Der Name kommt vom lateinischen „palus" (Sumpf), und die Uferzone zwischen Wasser und Land ist das, was diesen Typ ausmacht. Je nach Bauweise kommt ein kleiner Wasserfall, ein Bachlauf oder einfach stehendes Wasser dazu.

Im Wasserbereich finden sich Wasserpflanzen, Moose und optional sogar Garnelen oder kleine Fische. Die Landzonen werden mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen wie Farnen, Bromelien und Orchideen bepflanzt. Der Aufbau ist aufwendiger, weil Trennwand und Wasserführung dicht sein müssen. Dafür wachsen in der Uferzone Pflanzen wie Anubias und Javafarn halb unter Wasser, und für sie gibt es in keinem anderen Terrarientyp Platz.

Paludarium bauen: Aufbau, Technik und Bepflanzung

Bioaktives Terrarium

Bioaktives Terrarium mit natürlichem Ökosystem

Ein bioaktives Terrarium räumt sich weitgehend selbst auf. Springschwänze (Collembola) und weiße Asseln übernehmen zusammen mit Bakterien und Pilzen im Boden die Rolle der „Aufräumtruppe". Sie zersetzen abgestorbene Pflanzenteile, Laub und Schimmel, und die Nährstoffe daraus gehen zurück an die Pflanzen.

Der Bodenaufbau braucht etwas mehr Volumen als sonst: über Blähton-Drainage und Trennvlies 6 bis 10 cm ungedüngtes Substrat, obendrauf eine Schicht Buchen- oder Eichenlaub als Futter. Danach fällt das Absammeln von Blättern und Wegwischen von Schimmel weitgehend weg, nur das Laub legst du zwei- bis viermal im Jahr nach.

Bioaktives Terrarium einrichten: Bodenaufbau und Aufräumtruppe

Flaschengarten

Flaschengarten mit Pflanzen in einer Glasflasche

Der Flaschengarten ist ein geschlossenes Terrarium in einem Gefäß mit enger Öffnung, etwa einer bauchigen Glasflasche, einem Weinballon oder einer großen Apothekerflasche. Durch den schmalen Hals ist das System fast dicht, und das Klima im Inneren bleibt sehr stabil.

Hinein passen kleinwüchsige Pflanzen wie Fittonia, Soleirolia (Bubiköpfchen), kleine Farne und Moos. Danach reicht es oft, den Flaschengarten alle paar Monate kurz zu öffnen und ein paar Tropfen Wasser nachzugeben. Mit weiter Öffnung, etwa als großes Einmachglas, ist er ein gutes erstes Projekt. Durch einen engen Flaschenhals zu pflanzen braucht dagegen etwas Übung.

Flaschengarten anlegen: Anleitung in 8 Schritten

Tipp für Anfänger:

Starte am besten mit einem tropischen geschlossenen Terrarium. Es verzeiht kleine Fehler, reguliert die Feuchtigkeit weitgehend selbst und die Pflanzenpflege ist minimal.

Deinen Terrarientyp direkt ausprobieren

Du hast einen Favoriten? Im Terra-Planer wählst du zwischen fertigen Vorlagen für Tropen-, Wüsten- und Eckterrarien oder baust dein eigenes Becken von null auf. So merkst du früh, welcher Typ zu deinem Platz und deinem Budget passt.

Kostenlos und ohne Anmeldung ausprobieren. Speichern und Teilen geht mit Account.

Mehr Pflanzenwissen

Die anderen Bereiche der Pflanzenwelt haben jeweils einen eigenen Guide:

Aquascaping

Aquascaping-Guide lesen

Homescaping

Homescaping-Guide lesen

Landscaping

Landscaping-Guide lesen

Pflanzentaxonomie

Pflanzentaxonomie-Guide lesen