Probleme im Terrarium lösen
Schimmel im Becken
Das häufigste Problem überhaupt, und in den meisten Fällen kein Grund zur Panik. Weißer Flaum auf Holz und Substrat gehört in der Einlaufphase fast dazu.
Weißer Flaum in den ersten Wochen
Das ist Schimmel, der sich vom Zucker im frischen Holz und in der Erde ernährt. Er verschwindet meist von selbst, sobald diese Nährstoffe aufgebraucht sind, in der Regel nach vier bis acht Wochen.
Vorgehen: mit einem Pinsel oder Küchenpapier abnehmen, Belüftung öffnen und abwarten. Wer Springschwänze einsetzt, ist das Thema dauerhaft los, weil sie Schimmelrasen fressen.
Schimmel kommt immer wieder
Dann liegt es nicht am Material, sondern an stehender Luft. In hohen, dicht bepflanzten Becken bewegt sich ohne Lüfter praktisch nichts, und genau das braucht Schimmel.
Vorgehen: Belüftungsflächen vergrößern oder einen Lüfter im Lichtkasten nachrüsten, der in Intervallen läuft. Gleichzeitig prüfen, ob du zu häufig sprühst.
Grauer, pelziger Belag auf Pflanzen
Das ist meist Grauschimmel und greift lebendes Gewebe an. Betroffene Blätter und Triebe großzügig herausschneiden, nicht nur die sichtbare Stelle.
Danach Luftbewegung erhöhen und einige Tage weniger sprühen. Grauschimmel breitet sich bei stehender, gesättigter Luft rasant aus.
Beschlagene Scheiben
Kondensation ist im Terrarium normal. Die Frage ist nur, wie viel und wie lange.
Morgens beschlagen, mittags klar
Das ist der Idealzustand in einem geschlossenen Tropenbecken. Die Kondensation zeigt, dass der Wasserkreislauf läuft, und dass sie tagsüber abtrocknet, zeigt, dass die Belüftung stimmt.
Hier ist nichts zu tun.
Dauerhaft komplett blind
Zu viel Feuchtigkeit im Verhältnis zur Belüftung. Du siehst nichts mehr, und die Pflanzen bekommen nicht genug Licht durch die Wassertropfen.
Vorgehen: Belüftung weiter öffnen oder die Tür für einige Stunden einen Spalt offen lassen. Sprühmenge halbieren und beobachten. Wenn das nicht reicht, ist ein Lüfter die dauerhafte Lösung.
Nie Kondensation, Substrat trocknet schnell
Das andere Extrem. Ein geschlossenes Tropenbecken sollte morgens leicht beschlagen sein. Bleibt es dauerhaft trocken, verlieren Moose und Farne zuerst die Blattspitzen.
Vorgehen: Belüftung verkleinern, mehr sprühen. Steht das Becken über einer Heizung oder im Zug, hilft nur ein anderer Standort.
Unerwünschte Mitbewohner
Was da krabbelt, ist meist harmlos. Zwei Gruppen solltest du trotzdem im Blick behalten.
Trauermücken
Kleine schwarze Fliegen, die aus dem Substrat aufsteigen. Die Larven leben in der oberen Erdschicht und fressen dort organisches Material, bei starkem Befall auch feine Wurzeln.
Vorgehen: Gelbtafeln fangen die Adulten ab, die obere Substratschicht antrocknen lassen bricht den Zyklus. Nematoden sind die biologische Lösung und schonen eine bioaktive Fauna, im Gegensatz zu Insektiziden.
Springschwänze und Asseln
Winzige weiße Tierchen, die im Substrat und am Glas wimmeln. Das sind keine Schädlinge, sondern die Aufräumtruppe, die viele Terrarienbesitzer bewusst einsetzen.
Nichts tun. Sie fressen Schimmel und abgestorbenes Material und sind ein Zeichen dafür, dass dein Boden lebt.
Schnecken
Kommen fast immer mit gesammeltem Moos oder mit neuen Pflanzen ins Becken. Kleine Arten sind harmlos, größere fressen sichtbare Löcher in weiches Laub.
Vorgehen: absammeln, am besten abends mit einer Taschenlampe. Gelege sind kleine durchsichtige Kugelhaufen an der Scheibe oder unter Blättern und lassen sich einfach abwischen.
Wenn Pflanzen nicht mitspielen
Vier Symptome deckt fast alles ab, was im Terrarium an Pflanzen schiefgeht.
Braune, trockene Blattspitzen
Klassisches Zeichen für zu niedrige Luftfeuchte. Farne und Moose reagieren darauf zuerst, oft schon nach wenigen Tagen in trockener Heizungsluft.
Vorgehen: Belüftung verkleinern, häufiger sprühen, Standort prüfen. Bereits braune Spitzen werden nicht wieder grün, aber der Neuaustrieb zeigt, ob die Korrektur greift.
Gelbe Blätter, weiche Stiele
Meist zu nass. Wenn das Wasser im Substrat steht, faulen die Wurzeln und die Pflanze kann kein Wasser mehr aufnehmen, was verwirrenderweise wie Trockenheit aussieht.
Vorgehen: Drainage prüfen. Sammelt sich dort dauerhaft Wasser, muss es abgesaugt werden. Bis das Substrat abgetrocknet ist, nicht mehr gießen.
Lange, dünne Triebe mit großen Abständen
Die Pflanze streckt sich zum Licht. Das passiert in dunklen Ecken und in Becken, deren Lampe nur einen Teil der Fläche abdeckt.
Vorgehen: Lichtquelle nachrüsten oder die betroffene Pflanze in den beleuchteten Bereich umsetzen. Vergeilte Triebe kannst du zurückschneiden, der Neuaustrieb wird bei genug Licht wieder kompakt.
Pflanze stößt oben an
Kein Schaden, aber ein Planungsfehler. Viele Terrarienpflanzen werden deutlich größer, als sie im Verkaufstopf aussehen, und drücken irgendwann gegen Deckel oder Lampe.
Vorgehen: kräftig zurückschneiden oder umsetzen. Beim nächsten Becken die Endhöhe vorher prüfen, dafür stehen im Terra-Planer bei jeder Katalogpflanze Endhöhe und Endbreite.
Tipp:
Ändere immer nur eine Sache und warte zwei Wochen. Wer gleichzeitig Belüftung, Sprühmenge und Standort verändert, weiß am Ende nicht, was geholfen hat, und kann es beim nächsten Becken nicht wiederholen.
Häufige Fragen
Die Fragen, die uns zu diesem Thema am häufigsten erreichen.
Muss ich Schimmel im Terrarium sofort entfernen?
Weißer Flaum auf Holz und Substrat in den ersten Wochen ist normal und verschwindet meist von selbst. Nimm ihn ab, wenn er dich stört, und öffne die Belüftung. Nur grauer, pelziger Belag auf lebenden Pflanzen muss sofort weg, weil er das Gewebe angreift.
Wie oft sollte ich mein Terrarium besprühen?
Das hängt vom Typ ab. Ein geschlossenes Tropenterrarium braucht oft nur alle zwei bis vier Wochen Wasser, ein offenes Becken mehrmals pro Woche. Die Regel: Morgens leicht beschlagene Scheiben, die tagsüber abtrocknen, zeigen den richtigen Bereich an.
Woher kommen die kleinen schwarzen Fliegen in meinem Terrarium?
Das sind fast immer Trauermücken, die als Larven in gekaufter Erde mitkommen. Gelbtafeln fangen die erwachsenen Tiere, und wenn die obere Substratschicht zwischendurch antrocknet, bricht der Fortpflanzungszyklus.
Warum bekommen meine Farne braune Blattspitzen?
Fast immer zu niedrige Luftfeuchte. Verkleinere die Belüftungsöffnung, sprühe häufiger und prüfe, ob das Becken über einer Heizung oder im Luftzug steht. Braune Spitzen werden nicht mehr grün, der Neuaustrieb zeigt aber, ob die Korrektur wirkt.
Sind die weißen Tierchen im Substrat schädlich?
Nein. Winzige weiße Tiere im Boden sind in der Regel Springschwänze oder weiße Asseln. Sie fressen Schimmel und abgestorbenes Pflanzenmaterial und werden von vielen Terrarienbesitzern bewusst eingesetzt.
Meine Scheiben sind dauerhaft komplett beschlagen. Was tun?
Es kommt mehr Feuchtigkeit ins Becken, als die Belüftung abführen kann. Öffne die Belüftung weiter oder lass die Tür einige Stunden einen Spalt offen, und halbiere die Sprühmenge. Bleibt es dabei, hilft ein Lüfter, der in Intervallen läuft.
Konflikte erkennen, bevor sie entstehen
Die meisten Probleme entstehen bei der Planung, nicht bei der Pflege. Der Terra-Planer prüft deine Bepflanzung gegen Licht, Temperatur und Luftfeuchte deines Beckens und meldet Konflikte, zu hoch wachsende Pflanzen und fehlende oder überflüssige Technik, solange das Ändern noch ein Klick ist.
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