Terrarium nach Zonen bepflanzen
Drei Zonen statt einer Fläche
Ein Terrarium hat nicht eine Pflanzfläche, sondern drei. Wer alle drei nutzt, bekommt bei gleicher Grundfläche ein deutlich volleres Becken.
Boden
Die klassische Fläche mit Substrat. Hier wachsen alles, was Wurzeln in Erde braucht: Farne, Fittonien, Peperomien, Bodendecker und Moospolster.
Der Boden ist meist der schattigste Bereich, weil die Lampe oben sitzt und die höheren Pflanzen Licht abfangen. Plane hier eher Arten mit niedrigem Lichtbedarf ein.
Rückwand
Die senkrechte Fläche, oft größer als der Boden. Nutzbar wird sie nur mit einem geeigneten Material: Kork, Xaxim oder eine Erdwand. An Glas oder Folie wächst nichts.
Hier gehören Kletterpflanzen, aufgebundene Moose und Epiphyten hin. Der obere Teil bekommt das meiste Licht, der untere ist feuchter.
Ast und Wurzel
Die dritte Zone im freien Raum. Ein Ast, der von der Rückwand nach vorne ragt, trägt Aufsitzer und Hängepflanzen und bringt Bepflanzung in Augenhöhe.
Diese Zone ist die trockenste und hellste im Becken. Sie ist genau richtig für Tillandsien und Bromelien, die in der Natur ebenfalls auf Zweigen sitzen.
Tipp:
Der Terra-Planer führt für jede Katalogpflanze, an welchen Stellen sie platziert werden darf: Boden, Rückwand oder Ast. Setzt du eine Bodenpflanze an einen Ast, sagt er dir das direkt, statt dass du es nach vier Wochen an der abgestorbenen Pflanze merkst.
Wuchsform bestimmt die Zone
Ob eine Pflanze in eine Zone passt, hängt weniger von ihrer Art ab als von ihrer Wuchsform. Diese Formen tauchen im Terrarium immer wieder auf.
Polster
Flach wachsende, dichte Kissen. Moose und Selaginella bilden solche Polster und sind die beste Abdeckung für freie Substratflächen und für Übergänge zwischen Stein und Erde.
Passt auf Boden und, aufgebunden, auf die Rückwand. Braucht dauerhafte Feuchte und wenig Licht.
Farnwedel
Aus einem Punkt aufsteigende, filigrane Wedel. Sie geben dem Becken Struktur in der mittleren Höhe, ohne Fläche zu verstellen, weil man zwischen den Wedeln hindurchsieht.
Passt in den Boden, in Nischen der Rückwand und in Astgabeln, wenn dort etwas Substrat Platz hat.
Rosette und Trichter-Rosette
Blätter aus einem Zentrum, bei Bromelien zu einem wasserhaltenden Trichter geformt. Rosetten sind visuelle Ankerpunkte und funktionieren gut als Blickfang.
Bromelien wachsen aufgebunden an Rückwand und Ast, viele andere Rosetten brauchen Substrat am Boden.
Ranke
Klettert oder kriecht, je nachdem, was sie findet. Kletterfeige ist der Klassiker und begrünt Rückwände in wenigen Monaten flächig.
Ranken brauchen Rückschnitt, sonst übernehmen sie das gesamte Becken und wachsen über andere Pflanzen hinweg.
Aufsitzer und hängender Bart
Wächst ohne Substrat, nur auf Rinde oder Ast. Tillandsien nehmen Wasser und Nährstoffe über die Blätter auf, hängende Arten wie Spanisches Moos bilden herabfallende Vorhänge.
Ausschließlich Rückwand und Ast. Ins Substrat gesetzt faulen sie zuverlässig.
In welcher Reihenfolge du bepflanzt
Die Reihenfolge entscheidet, ob das Bepflanzen eine halbe Stunde dauert oder ein Nachmittag mit Frust.
- Von hinten nach vorne: Erst Rückwand bepflanzen, dann Ast, dann Boden. Wer den Boden zuerst macht, tritt beim Arbeiten an der Rückwand alles wieder platt.
- Von groß nach klein: Die größten Pflanzen zuerst setzen, sie bestimmen die Komposition. Kleine Pflanzen und Moos füllen danach die Lücken.
- Höhe gegen Licht prüfen: Eine hohe Pflanze im Vordergrund verschattet alles dahinter. Höhe gehört nach hinten oder an die Seite.
- Endgröße einrechnen: Was jetzt fünf Zentimeter hoch ist, kann in einem Jahr dreißig sein. Prüfe die Endhöhe, bevor du pflanzt, nicht danach.
- Zugang freihalten: Lass einen Bereich, an dem du mit der Pinzette an den Boden kommst. Ein komplett zugewachsenes Becken lässt sich nicht mehr pflegen.
Hinweis:
Aufsitzer werden mit Angelschnur oder dünnem Draht festgebunden, nicht geklebt. Nach einigen Wochen haben sie sich mit eigenen Wurzeln verankert, dann kann die Schnur entfernt werden. Sekundenkleber funktioniert bei Moos, tötet aber die Kontaktstelle bei Bromelien und Orchideen ab.
Ein Beispiel: 45 x 45 x 45 cm tropisch
So könnte die Zonenverteilung in einem üblichen Einsteigerbecken aussehen.
Rückwand aus Kork
Unten und in der Mitte flächig Javamoos aufgebunden, das nach einigen Wochen von selbst festwächst. Daneben zwei Triebe Kletterfeige, die nach oben wachsen und die Fläche schließen.
Im oberen Drittel, wo die Lampe hinkommt, eine kleine Bromelie aufgebunden als Farbakzent.
Ast von der Rückwand nach vorne
Zwei Tillandsien auf dem Ast, in Augenhöhe und im hellsten Bereich. Sie brauchen kein Substrat und werden nur besprüht.
Wo der Ast auf die Rückwand trifft, entsteht eine natürliche Gabel: der beste Platz für eine Mini-Orchidee.
Boden
Hinten links ein kleiner Farn als höchstes Element am Boden, davor drei Fittonien in einer Gruppe für Farbe im Vordergrund.
Der restliche Boden wird mit Kissenmoos abgedeckt, ein Bereich rechts bleibt als freie Moosfläche und als Zugang für die Pinzette.
Zonen im Planer belegen
Im Terra-Planer setzt du Pflanzen gezielt auf Boden, Rückwand oder Ast. Der Planer weiß, welche Platzierungen eine Art verträgt, kennt ihre Endgröße und meldet sich, wenn eine Pflanze an der gewählten Stelle nicht funktioniert oder oben anstößt.
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